Warum der Schutz unserer Demokratie Chefsache ist – Ein Appell an Vereine, Verbände und Wirtschaft im Norden
Eine Grundsatzerklärung der Lions setzt ein unmissverständliches Zeichen in Zeiten gesellschaftlicher Polarisierung. Der BDS SH unterstützt das Bekenntnis, dass Freiheit, Respekt und Solidarität die Grundlage unseres Zusammenlebens in Deutschland und Europa bleiben müssen, nicht nur aus voller Überzeugung, sondern trägt es aktiv mit in die Breite unserer Wirtschaft. Denn Demokratie ist kein rein politisches Abstraktum – sie ist das Fundament unserer wirtschaftlichen Existenz.
„Demokratie ist nicht selbstverständlich. Sie hat die inhärente Schwäche, dass sie mit ihren eigenen, demokratischen Mitteln untergraben und letztlich zerstört werden kann, wenn ihre Institutionen erst einmal ausgehöhlt sind. Genau das gilt es mit aller Kraft zu verhindern.“
– Steffen Lindig, Landesvorsitzender BDS SH

Die Lions geben ein Beispiel
Die Lions haben mit ihrer jüngsten Grundsatzerklärung ein starkes und notwendiges Signal gesetzt. Sie zeigen, dass Service-Organisationen nicht im gesellschaftlich luftleeren Raum agieren, sondern eine klare Verantwortung für das große Ganze tragen. Dieses deutliche Bekenntnis zur freiheitlich-demokratischen Grundordnung darf kein Einzelfall bleiben. Es ist ein wegweisendes Beispiel, dem sich so viele Service-Organisationen, Vereine, Verbände und Wirtschaftskammern wie möglich anschließen sollten. Wenn die zivilgesellschaftliche Mitte schweigt, wird der Raum für extreme Positionen unbemerkt größer. Ein gemeinsames, lautes Eintreten ist das wirksamste Schutzschild gegen die Spaltung.
BDS SH Perspektive: Der enge Zusammenhang zwischen Freiheit und freier Wirtschaft
Als Stimme der kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) sowie der Selbständigen in Schleswig-Holstein ergänzen wir dieses gesellschaftliche Bekenntnis um eine essenzielle wirtschaftliche Dimension. Über 99 Prozent der Unternehmen im Norden gehören zum Mittelstand. Diese Betriebe sind auf Rahmenbedingungen angewiesen, die ausschließlich eine stabile Demokratie garantieren kann:
- Rechtssicherheit und Verlässlichkeit: Investitionen und langfristige unternehmerische Planungen funktionieren nur in einem verlässlichen Rechtsstaat, in dem Verträge gelten, Eigentumsrechte geschützt sind und Willkür keinen Platz hat.
- Weltoffenheit gegen den Fachkräftemangel: Unsere Wirtschaft im Norden leidet akut unter dem Mangel an Arbeits- und Fachkräften. Schleswig-Holstein kann im globalen und nationalen Wettbewerb nur bestehen, wenn es als weltoffene, tolerante und sichere Region wahrgenommen wird, in der Menschen aller Herkunftsländer gerne leben, arbeiten und gründen.
- Sozialer Frieden als Standortfaktor: Polarisierung und Extremismus gefährden den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Sie schaden dem Konsumklima, belasten das Betriebsklima und gefährden schlussendlich den sozialen Frieden, der die absolute Basis unseres Wohlstands bildet.
Warum Demokratieschutz eine unternehmerische Pflicht ist
Wir müssen uns bewusst machen, dass wirtschaftliche Freiheit untrennbar mit gesellschaftlicher Freiheit verknüpft ist. Autokratische Tendenzen beginnen selten direkt mit wirtschaftlichen Restriktionen, sondern mit der schleichenden Delegitimierung demokratischer Prozesse, freier Medien und unabhängiger Gerichte. Wenn das Fundament bröckelt, bricht das wirtschaftliche Dach zeitverzögert zusammen.
Der Mittelstand darf hier nicht neutral an der Seitenlinie stehen. Den Mund aufzumachen, wenn demokratische Werte angegriffen werden, ist kein parteipolitisches Mandat, sondern gelebter Selbstschutz für jeden Selbständigen.
Dokumenten-Hinweis: Die vollständige und verbindliche Erklärung, die als Fundament für diesen Aufruf dient, können Sie hier direkt einsehen und herunterladen:
👉 Grundsatzerklärung der Lions
Wir rufen daher alle Netzwerkpartner, benachbarten Verbände und die vielen Vereine in Schleswig-Holstein dazu auf:
Nutzen Sie Ihre Reichweite. Positionieren Sie sich. Folgen Sie dem Beispiel der Lions und machen Sie unmissverständlich klar, dass die Wirtschaft im Norden fest auf dem Boden des Grundgesetzes steht. Demokratie braucht Demokraten – und sie braucht eine wehrhafte Wirtschaft.
Warum betrifft der Schutz der Demokratie auch kleine Unternehmen in Schleswig-Holstein?
Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) besitzen im Gegensatz zu Großkonzernen oft nicht die Ressourcen, sich gegen politische Willkür, Standortinstabilitäten oder plötzliche institutionelle Krisen abzusichern. Sie sind direkt und existentiell auf stabile Rahmenbedingungen, gesellschaftlichen Frieden und verlässliche Rechtsstrukturen angewiesen.
Wie können Service-Organisationen und Verbände die Lions-Grundsatzerklärung konkret unterstützen?
Organisationen können die Erklärung in ihren eigenen Gremien offiziell adaptieren, sie aktiv über ihre Kommunikationskanäle (Newsletter, Social Media, Websites) teilen, Diskussionsveranstaltungen zum Thema „demokratische Resilienz“ initiieren und im täglichen Handeln eine klare Null-Toleranz-Politik gegenüber demokratiefeindlichen Tendenzen vorleben.
Was bedeutet „wehrhafte Demokratie“ für die Wirtschaft im Norden?
Es bedeutet, dass Unternehmerinnen und Unternehmer nicht wegschauen, wenn demokratische Grundwerte in Debatten oder im geschäftlichen Alltag angegriffen werden. Es meint die proaktive Verteidigung der freiheitlichen Ordnung als absolute Grundbedingung für die Soziale Marktwirtschaft und die private Handlungsfreiheit.



