Haltung, Handlung, Wirkung: Der Einfluss jedes Einzelnen

„Erst innerhalb der vergangenen 100.000 Jahre hat der Homo Sapiens den Sprung nach ganz oben an die Nahrungskette geschafft und damit um einiges schneller als Löwen oder Haie, die sich dafür über Millionen von Jahren hochgebissen und angepasst haben …

… Ein wichtiger Schritt auf dem Weg an die Spitze der Nahrungskette war die Bändigung des Feuers“ (Quelle: „SAPIENS – eine kurze Geschichte der Menschheit“ von Yuval Noah Harari).

Während der Abkürzung auf dem Weg an die Spitze der Nahrungskette hat dem Homo sapiens nicht nur das Feuer geholfen. Die Evolution hat ihm vorher noch durch eine Laune der Natur ein größeres Gehirn mitgegeben sowie einen aufrechten Gang. Er konnte jetzt seine Hände frei benutzen und hat die Anfänge unserer Sprache eingeläutet. So bepackt setzte er seine Reise in der Geschichte fort. Das Feuer hat ihn dabei nicht nur beschützt, sondern auch Wärme gespendet und das Kochen ermöglicht. Damit konnte der Homo Sapiens seinen Energiehaushalt, insbesondere die Energiebereitstellung für sein neu erworbenes Gehirn sowie seine Verdauung effizienter gestalten, wodurch er weitere freie Kapazitäten erlangt hat, um sich weiterzuentwickeln. Er hat Strategien angewandt, um sich weiter zu verbreiten und neue Fähigkeiten gelernt, die er in erste handwerkliche Tätigkeiten überführte. In Gemeinschaften lebend, entwickelte der Homo sapiens erste Kulturen und die Geschichte nahm ihren Lauf.

Diese Geschichte ist geprägt von Anpassungen seitens des Homo sapiens an sein neues Umfeld unter Zuhilfenahme seiner Veränderungen im evolutionären Zeitstrahl und seiner neu erlernten Fähigkeiten.

Der Homo sapiens ist der Mensch wie der Pan troglodytes der Schimpanse ist. Beide sind Teile der Tierwelt und somit Teil der Natur. Doch mit seinem aufrechten Gang, seinem größeren Gehirn, seinen neuen Fähigkeiten sowie der Beherrschung des Feuers war der Homo sapiens eine einmalige Erscheinung und es entstand ein Graben zwischen dem Homo Sapiens und der restlichen Natur. Von Generation zu Generation wurde Wissen und wurden Fähigkeiten an die folgende Generation weitergegeben und weiterentwickelt. Diese schrittweise Entwicklung ist ein Aspekt des Erfolgsgeheimnis der Gattung Mensch. Durch seinen aufrechten Gang kam der Mensch immer früher und damit unfertiger, auf die Welt. Er konnte sich dadurch zwar individueller und vielfältiger entwickeln, seine Erziehung bezog jedoch die gesamte Gruppe ein. Dies förderte den sozialen Zusammenhalt und die Entstehung von Kulturen, was wiederum neue Anforderungen an den Menschen stellte. So entwickelten sich im Alltag hilfreiche Werkzeuge und die landwirtschaftliche Revolution begann. Der Mensch entwickelte immer mehr individuelle Fähigkeiten und die daraus resultierenden Erzeugnisse erzeugten die erste Nachfrage. Tauschhandel entwickelte sich, dessen Abwicklung viel später mit der Erfindung der Münze stark vereinfacht wurde.

Der Alltag wurde, unter damaligen Umständen, immer effizienter und der Zusammenhalt in den individuellen menschlichen Gruppen wuchs.

Als dann die wissenschaftliche Revolution begann, fossile Brennstoffe entdeckt wurden, die Industrien entstanden und die Mobilität immer schneller wurde, entstand auch ein nie erlebter Wohlstand. Was eine sehr bemerkenswerte Leistung ist, in Anbetracht unserer Ursprünge.

Wie das Feuer, das sowohl Leben unterstützen als auch zerstören kann, hat diese Entwicklung auch ihren Preis: Der Graben zwischen Mensch und Natur wurde im Laufe der Evolution immer größer und stellt neue Herausforderungen an uns. Der menschenverursachte Klimawandel wird in den nächsten Jahren durch u.a. Extremwettersituationen immer sichtbarer werden. Und damit kann unser Alltag wieder beschwerter und unbequemer werden und unsere gewonnen Errungenschaften beeinträchtigen.

Aber der Weg hierher zeigt auch, dass wir es selbst in der Hand haben und es auch können. Während dem beschriebenen Weg hierher haben wir Menschen bereits angefangen Lösungsstrategien zu entwickeln, wie sie zum Beispiel in den 17 Nachhaltigkeitszielen der Agenda 2030 festgehalten sind. Dazu gehören u.a. Armutsbekämpfung, Bildung, Geschlechtergerechtigkeit, sauberes Wasser und Sanitäreinrichtungen, Nachhaltige/r Konsum und Produktion , Klimaschutz oder saubere Energie. Konkretisiert werden diese Ziele u.a. in Kreislauf- und Bioökonomie. Inklusion und regionalisierte Geschäftsmodelle können unter vielen weiteren Aspekten genannt werden. Jeder kann mit seinen Perspektiven seinen Beitrag zur Anpassung an die neue Realität leisten. Entscheidend ist, was wir aus unserer Geschichte gelernt haben. Mit jedem Schritt passen wir uns an das neu entstandene Umfeld an. Der nächste Schritt entwickelt sich dann aus dieser Anpassung und dem neuen Umfeld heraus. Auf diese Weise durchlaufen wir einen Transformationsprozess. Damit erhalten wir uns die Möglichkeit auf eine enkeltaugliche Welt, den Graben zwischen Mensch und Natur zu verkleinern und unseren Wohlstand abzusichern.

Autor: Markus Thot (Freiberufler) | thot@effizienzkompass.de

Unter dem Titel „Laub als wertvoller Rohstoff“ denkt er den Kreislaufgedanken konsequent weiter: Aus Herbstlaub entstehen biologisch abbaubare Produkte wie Pflanztöpfe, die lokal produziert und vertrieben werden – ressourcenschonend, alltagstauglich und klimasensibel. Mit seinem Ansatz verbindet er regionale Wertschöpfung mit Naturverständnis und Innovation – ganz im Sinne der Agenda 2030.

👉 Neugierig geworden? Dann schau auf seinen Blogbeitrag:
Laub als wertvoller Rohstoff – Kompostierbare Produkte aus Gartenabfällen

Denn genau solche Ideen brauchen wir jetzt – und Menschen, die sie mittragen.

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