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Eigener Strom lohnt sich, wenn du ihn selbst nutzt.

Was Solaranlage und Speicher deinem Betrieb bringen und worauf du bei der Planung achten solltest.

Kurz gesagt

Eigener Solarstrom lohnt sich für Betriebe vor allem dann, wenn sie ihn selbst verbrauchen, während er entsteht. Für eingespeisten Strom gibt es immer weniger Geld. Ein Speicher verschiebt Strom in den Abend und kann bei einem Ausfall helfen, aber nur mit Not- oder Ersatzstromfunktion. Plane deshalb nach deinem Verbrauch, nicht nach der Einspeisung.

Lohnt sich eine Solaranlage für meinen Betrieb?

Meist ja, wenn du den Strom selbst verbrauchst, während er entsteht. Jede selbst genutzte Kilowattstunde ersetzt Strom, den du sonst aus dem Netz kaufst. Für Strom, den du einspeist, bekommst du dagegen immer weniger.

Gut passen Betriebe, die tagsüber viel Strom brauchen, etwa für Kühlung, Lüftung, Maschinen oder das Büro. Auch E-Fahrzeuge und Wärmepumpen erhöhen den Eigenverbrauch.

Zur Einordnung: Kleine bis mittlere Industriebetriebe zahlen 2026 laut BDEW im Schnitt 17,2 Cent je Kilowattstunde. Solarstrom mit Batteriespeicher kostet in der Erzeugung laut Fraunhofer ISE zwischen 6,0 und 22,5 Cent (Stand August 2024). Was für dich gilt, hängt von deinem Dach, deinem Verbrauch und dem Angebot ab.

Was bekomme ich noch für eingespeisten Strom?

Für neue Anlagen bis 10 Kilowatt sind es seit dem 1. August 2026 7,70 Cent je Kilowattstunde, wenn du nur den Überschuss einspeist. Für den Teil einer Anlage über 10 Kilowatt gibt es weniger. Die Sätze veröffentlicht die Bundesnetzagentur.

Seit dem Solarspitzengesetz vom Februar 2025 gibt es für neue Anlagen kein Geld, solange der Börsenstrompreis negativ ist. Ohne Smart Meter und Steuerbox dürfen sie höchstens 60 Prozent ihrer Leistung einspeisen.

Die Bundesregierung will die feste Einspeisevergütung für neue Anlagen ab 2027 abschaffen. Der Gesetzentwurf wurde am 24. September 2026 im Bundestag in erster Lesung beraten. Entschieden ist noch nichts (Stand 18.10.2026). Bestehende Anlagen sollen ihre Vergütung behalten.

Brauche ich einen Batteriespeicher?

Nicht unbedingt. Ein Speicher lohnt sich vor allem, wenn mittags viel Solarstrom übrig ist und du abends oder früh morgens Strom brauchst. Er verschiebt den Strom in diese Stunden und erhöht so deinen Eigenverbrauch.

Weil eingespeister Strom immer weniger bringt, wird diese Rechnung wichtiger. Lass dir im Angebot zeigen, wie viel Eigenverbrauch die Anlage mit und ohne Speicher erreicht. Plane so, dass ein Speicher oder Ladepunkte später ohne großen Umbau dazukommen können.

Hilft ein Speicher bei einem Stromausfall?

Nur, wenn er dafür eingerichtet ist. Ein üblicher Speicher schaltet bei einem Netzausfall aus Sicherheitsgründen ab, genau wie die Solaranlage. Erst eine Notstrom- oder Ersatzstromfunktion hält Teile des Betriebs am Laufen, und nur so lange, wie die Ladung reicht.

Überlege vorher, was bei einem Ausfall wirklich laufen muss, etwa Kühlung, Kasse, Telefon oder Heizungssteuerung. Geräte, die keine Sekunde ausfallen dürfen, brauchen eine eigene unterbrechungsfreie Stromversorgung. Wie du deinen Betrieb auf einen längeren Ausfall vorbereitest, liest du auf unserer Seite Resilienz & Krisenvorsorge.

Was, wenn mein Dach nicht trägt oder mir nicht gehört?

Dann gibt es andere Wege. Für Dächer mit wenig Tragreserve gibt es leichte Module. Wie das aussehen kann, zeigt unser Beitrag Solarenergie kann so LEICHT sein. Ob dein Dach trägt, klärt eine Fachperson für Statik.

Neu ist das Teilen von Strom: Seit dem 1. Juni 2026 erlaubt § 42c EnWG, Strom aus erneuerbaren Anlagen über das öffentliche Netz mit anderen in der Nähe gemeinsam zu nutzen, zum Beispiel mit einem Nachbarbetrieb. Die Abläufe dafür sind in der Praxis noch im Aufbau. Frag deinen Netzbetreiber nach dem Stand.

In fünf Schritten zur eigenen Anlage

1. Verbrauch ansehen

Wann brauchst du wie viel Strom? Rechnungen und Zähler geben erste Antworten.

2. Dach prüfen

Trägt das Dach, wie ist es ausgerichtet, gehört es dir? Bei Miete früh mit der vermietenden Seite sprechen.

3. Speicher und Notstrom klären

Brauchst du Strom am Abend oder bei einem Ausfall? Dann gleich mitplanen.

4. Angebote vergleichen

Achte auf Steuerung, Überwachung, Wartung und schriftliche Garantien, nicht nur auf den Preis.

5. Förderung und Anmeldung

Förderung vor der Bestellung prüfen. Netzbetreiber und Marktstammdatenregister einplanen.

Mehr zum Thema Energiekosten

Eigener Strom ist eine von mehreren Stellschrauben. Günstiger einkaufen und weniger verbrauchen gehören dazu. Alles zusammen, mit Fachleuten aus der Community und dem Fördermittel-Lotsen, findest du auf unserer Seite Energiekosten senken.

Wissen zum Thema

Antworten & Lösungen

Häufige Fragen zu Solarstrom und Speicher

Muss ich meine Anlage anmelden?

Ja. Informiere deinen Netzbetreiber vor der Inbetriebnahme. Danach trägst du Anlage und Speicher innerhalb eines Monats ins Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur ein. Oft übernimmt das der Installationsbetrieb.
Notstrom versorgt meist eine einzelne Steckdose oder einen Stromkreis. Ersatzstrom übernimmt nach einer kurzen Umschaltung größere Teile des Gebäudes. Eine unterbrechungsfreie Stromversorgung ist beides nicht.
Seit dem 1. Juni 2026 geht das über das öffentliche Netz, innerhalb des Gebiets deines Verteilnetzbetreibers (§ 42c EnWG). Nötig sind ein Vertrag über die gemeinsame Nutzung und passende Messung. Ab Juni 2028 wird das Gebiet erweitert.
In der kostenfreien Erstberatung ordnen Fachleute aus der Community deine Lage ein, auch ohne Mitgliedschaft. Bei der Suche nach Förderung hilft dir unser Fördermittel-Lotse.
Für Investitionen in erneuerbare Energien gibt es zum Beispiel den Kredit Erneuerbare Energien – Standard (270) der KfW. Welche Programme zu dir passen, klärt unser Fördermittel-Lotse mit dir. Ob gefördert wird, entscheidet die Förderstelle.