Das Wichtigste auf einen Blick
- Digitalisierung und Veränderung bleiben oft liegen, weil alles an der Chefin oder dem Chef hängt.
- INQA-Coaching ist keine Beratung von außen, sondern ein moderierter Prozess mit deinem Team im Betrieb.
- Gefördert werden bis zu 80 % der Kosten, für bis zu 12 Coaching-Tage. Dein Eigenanteil liegt bei höchstens 2.880 Euro netto.
- Der erste Schritt ist eine kostenfreie Erstberatung beim BDS SH, auch ohne Mitgliedschaft.
Warum bleibt Veränderung im Betrieb so oft liegen?
Meist fehlt nicht das Wissen, sondern die Zeit. Wenn jede Entscheidung bei dir landet, wirst du selbst zum Engpass. Dann bleibt die Digitalisierung liegen, obwohl du weißt, dass sie nötig ist.
Fachkräfte sind knapp, die Auftragsbücher voll, das Tagesgeschäft frisst deine Zeit. In vielen Gesprächen hören wir denselben Satz: „Coaching klingt interessant, aber dafür haben wir gerade keine Zeit.“ Genau da liegt der Denkfehler. Die Themen verschwinden nicht, wenn man wartet. Es fehlt an Struktur, nicht an Ideen.
Die Lösung ist nicht, dass du noch mehr arbeitest. Die Lösung ist, dass dein Team mitdenkt und Verantwortung übernimmt. Genau dabei hilft das INQA-Coaching.
Was ist INQA-Coaching, und was ist es nicht?
INQA-Coaching ist ein gefördertes Programm des Bundesarbeitsministeriums. Ein Coach arbeitet mit dir und deinem Team im Betrieb an einem konkreten Thema. Ihr entwickelt die Lösung gemeinsam, statt fertige Ratschläge zu bekommen.
Das ist der Unterschied zur klassischen Beratung. Niemand kommt, schreibt ein Gutachten und verschwindet wieder. Der Coach sorgt für Struktur, stellt die richtigen Fragen und hilft, das Ergebnis in den Alltag zu bringen. Die Maßnahmen entstehen aus eurem Alltag heraus. Deshalb lassen sie sich auch umsetzen.
Laut Förderdatenbank des Bundes geht es dabei um vier Felder:
- Digitalisierung aktiv und strategisch gestalten
- Arbeitsabläufe effizienter organisieren
- Fachkräfte sichern und langfristig binden
- eine moderne, belastbare Unternehmenskultur entwickeln
Der Praxis-Impuls aus dem MeetingPoint
In einem unserer MeetingPoints hat INQA-Coach Kristian Lüdtke (Kreis Pinneberg) kompakt erklärt, wie INQA funktioniert und warum es gerade für kleine Betriebe ein starker Hebel ist. Das Video dauert weniger als 30 Minuten.
Wo setzt das Coaching zuerst an?
Beim größten Hebel. Oft entsteht der Großteil der Wirkung aus wenigen, gut gewählten Schritten. Das Coaching hilft, genau diese Schritte zu finden, statt alle Baustellen gleichzeitig anzugehen.
Dieser Gedanke ist als Pareto-Prinzip bekannt: Ein kleiner Teil des Einsatzes bringt einen großen Teil des Ergebnisses. Für kleine Betriebe mit knappen Ressourcen heißt das: erst das lösen, was dich am meisten bremst. Typische Hebel sind:
- Fachkräfte halten statt ständig neu suchen: Oft liegt der Grund für Kündigungen nicht im Gehalt, sondern in der Einsatzplanung, in unklaren Zuständigkeiten oder fehlender Rückmeldung. Mehr dazu im Beitrag Einarbeiten und beteiligen.
- Digitalisierung dort, wo sie sofort hilft: kein Werkzeug-Marathon, sondern gezielte Schritte, etwa digitale Zeiterfassung oder ein papierloser Auftragsablauf. Ideen dafür findest du in Digitalisierung mit kleinem Budget.
- Klarheit in Rollen und Abläufen: Wer entscheidet was? Kleine Änderungen an Zuständigkeiten können viel Zeit sparen, ohne zusätzliche Personalkosten.
Dein Team kennt die Stellen, die alles verlangsamen. Im Coaching hört ihr einander zu und legt gemeinsam fest, was zuerst kommt.
Was kostet dich das, und wer kann mitmachen?
Gefördert werden bis zu 80 % der Kosten. Der Tagessatz liegt bei höchstens 1.200 Euro netto, es gibt bis zu 12 Coaching-Tage. Dein Eigenanteil liegt damit bei höchstens 2.880 Euro netto.
Mitmachen können laut Förderrichtlinie vom 12.06.2026 Betriebe, die diese Voraussetzungen erfüllen:
- weniger als 250 Beschäftigte
- Sitz und Arbeitsstätte in Deutschland
- Jahresumsatz bis 50 Mio. Euro oder Bilanzsumme bis 43 Mio. Euro
Eine Mitgliedschaft im BDS SH brauchst du dafür nicht. Ob gefördert wird, entscheidet die Förderstelle.
Wie läuft das INQA-Coaching ab?
In vier Schritten: kostenfreie Erstberatung, Start vorbereiten, Coaching im Betrieb, Abschluss. Das Coaching selbst muss innerhalb von sieben Monaten abgeschlossen sein.
- Kostenfreie Erstberatung beim BDS SH: Wir sprechen über dein Thema und prüfen, ob das INQA-Coaching passt.
- Start vorbereiten: Vor dem Start steht ein kostenloses Gespräch mit der regionalen INQA-Beratungsstelle zu den Fördervoraussetzungen. Danach erhältst du einen Scheck für den Coachingbeginn. Wir helfen dir bei der Vorbereitung.
- Coaching im Betrieb: Ein Coach arbeitet mit dir und deinem Team an euren Themen, an bis zu 12 Tagen.
- Abschluss: Ihr haltet fest, was erreicht ist und wie es weitergeht.
Was bringt dir der BDS SH dabei?
Die Förderung macht das Coaching bezahlbar. Wirksam wird es, wenn du danach nicht allein bist. Im BDS SH sind die INQA-Coaches selbst Mitglied und kennen den Alltag kleiner Betriebe.
Welcher Coach zu deinem Thema passt, klären wir gemeinsam in der Erstberatung. Nach dem Coaching triffst du in der Community und im MeetingPoint jeden Donnerstag von 17 bis 18 Uhr andere Betriebe, die ähnliche Fragen schon gelöst haben. So bleibt die Veränderung nicht beim Coaching stehen.
Häufige Fragen zum INQA-Coaching
Wer kann das INQA-Coaching nutzen?
Betriebe mit weniger als 250 Beschäftigten, Sitz und Arbeitsstätte in Deutschland und einem Jahresumsatz bis 50 Mio. Euro oder einer Bilanzsumme bis 43 Mio. Euro.
Muss ich Mitglied im BDS SH sein?
Nein. Die Erstberatung ist kostenfrei und auch ohne Mitgliedschaft möglich. Das Coaching steht allen Betrieben offen, die die Fördervoraussetzungen erfüllen.
Wie hoch ist mein Eigenanteil?
Bis zu 80 % der Kosten trägt die Förderung. Bei 12 Tagen zum Höchstsatz von 1.200 Euro netto bleiben für deinen Betrieb höchstens 2.880 Euro netto.
Ist die Förderung sicher?
Das kann niemand zusagen. Ob gefördert wird, entscheidet die Förderstelle. Wir prüfen vorher mit dir, ob dein Betrieb die Voraussetzungen erfüllt.
Und wenn mein Thema nicht passt?
Dann hilft dir unser Fördermittel-Lotse weiter. Auf der Seite Fördermittel & INQA findest du weitere Wege.
Dein nächster Schritt
Welche Aufgabe kostet dich gerade die meiste Zeit? Finde es gemeinsam mit uns heraus. Alles Wichtige und das Formular für die Erstberatung findest du auf der Seite INQA-Coaching.
Stand der Förderangaben: Förderrichtlinie vom 12.06.2026 (BAnz AT 22.06.2026 B2), laut Förderdatenbank des Bundes, geprüft am 17.10.2026.


